3. LED Auswahlhilfe

Ihr Projekt beginnt mit der Entscheidung für die passenden LED-Komponenten.

Egal ob im Wohnzimmer, im Büro, in der Küche oder für Gewerberäume – LED können heutzutage überall für eine effektive, stimmungsvolle Beleuchtung sorgen. Die kleinen Leuchtdioden können dabei nicht nur Akzente setzen, sondern tatsächlich den kompletten Raum beleuchten. Moderne, leistungsstarke LED-Streifen und -Profile sind dafür definitiv hell genug.

Doch gilt es, für Ihr Vorhaben, die wirklich passenden LED-Komponenten zu wählen. Welche Farbtemperatur und welche Helligkeit ist geeignet? Müssen zusätzlich Punkte wie eine gute Farbwiedergabe beachtet werden? Ist auch eine indirekte Beleuchtung denkbar?

Die folgenden Punkte werden Ihnen bei der Auswahl der richtigen LED-Lösung helfen.

Anmerkung: Nachfolgend werden einige Fachbegriffe und Kennwerte verwendet. Bei Bedarf finden Sie hier eine Erklärung aller relevanten Fachbegriffe.

 

Welchem Zweck dient die Beleuchtung?

Eine Hauptbeleuchtung, die einen ganzen Raum oder einen größeren Bereich außen oder innen erhellen soll?
Für eine Hauptbeleuchtung benötigen Sie lichtstarke LED-Komponenten mit >1000 Lumen. Jenach Einsatzbereich können auch deutlich höhere Werte erforderlich werden. Auf dieser Seite können Sie die Lumen-Werte herkömmlicher Lichtquellen einsehen, um einen Richtwert zu erhalten.

Eine Hauptbeleuchtung sollten Sie stets mit weißen LEDs aufbauen und keinesfalls mit RGB-LEDs, die Sie zu einer Art „Weiß“ mischen. RGB-LEDs haben völlig ungenügende Farbwiedergabeeigenschaften für die Allgemeinbeleuchtung und sind rein für die Effektbeleuchtung gedacht. Für eine hochwertige Lösung wählen Sie weiße LEDs mit einem CRI90+.

Beachten Sie unbedingt auch die Tips zum Einsatzort und der Frage „direkte/indirekte“ Beleuchtung.

Das Wichtigste:

  • Lichtstrom >1000 Lumen
  • weiße LEDs mit CRI 90+
Eine Akzentbeleuchtung, die nur bestimmte Details betonen soll oder allein der Stimmung dient?
Für eine Akzentbeleuchtung genügen geringere LED-Helligkeiten von deutlich unter 1000lm/m. Dimmer (Controller) helfen, die Helligkeit fein dosiert abzustimmen. Möchten Sie die LED-Installation ohne Kühlprofil o.ä. aufbauen, muss die LED-Leistung unter 10W/m liegen.
Eine Effektbeleuchtung, bei der sich Farben beliebig - auch dynamisch - ändern lassen?
Für die Effektbeleuchtung und Farbgestaltung bieten sich RGB-LEDs an. Über einen Controller lassen sich die roten, grünen und blauen LEDs präzise einstellen womit jede beliebige Farbe mit jeder beliebigen Sättigung erreicht werden kann.

Wünschen Sie ein hochwertiges, „echtes“ Weiß, sollten Sie RGBW-Streifen mit zusätzlichen weißen LEDs verwenden, die eine viel höhere Weißlichtqualität erreichen, als einfache RGB-Lösungen.

Für dynamische Effekte, wie Lauflichter, Ambilights oder Matrix-Steuerungen benötigen Sie pixelgenau steuerbare LED-Komponenten und die entsprechenden Controller.

Das Wichtigste:

  • RGB oder besser noch RGBW-LED-Streifen
  • passende Controller
  • digitale Lösungen für dynamische Effekte

 

Wo soll die Beleuchtung installiert werden?

Wohnzimmer
In einem Wohnzimmer sollte in jedem Fall eine entspannte Lichtstimmung möglich sein, wie Sie zum Beispiel warmweiße LEDs mit einer Farbtemperatur um 3.000 Kelvin bieten. Noch wärmere Temperaturen bis zu 2.500 Kelvin sind ebenfalls denkbar.

Da Wohnzimmer für viele Aufgaben genutzt werden, bieten moderne Lichtlösungen eine einstellbare Farbtemperatur, so dass z.B. tagsüber eine eher kühlere Farbtemperatur von 4.000 – 6.000K gewählt werden kann, die dem natürlichen Tageslicht entspricht. Abends können wieder wärmere Farbtemperturen um die 3.000K eingestellt werden, die dem Empfinden nach Entspannung und Gemütlichkeit entsprechen. Für diese Zwecke gibt es LED-Streifen mit einstellbarer Farbtemperatur und die entsprechenden Ansteuerungen. Natürlich können auch zwei einzelne Streifen warmweißen und tageslichtweißen LEDs verwendet werden.

Achten Sie in jedem Fall auf eine hohe Farbqualität mit CRI90+! Nur diese garantiert für natürliche Farben.

Sehr angenehm kann es sein, im Wohnzimmer auf indirekte Beleuchtung zu setzen.

Das Wichtigste:

  • Farbtemperatur ca. 3.000K oder einstellbar
  • CRI 90+
Schlafzimmer
Im Schlafzimmer können Sie mit besonders warmen Farbtemperaturen um die 2.500 Kelvin arbeiten. Es ensteht eine sehr behagliche Beleuchtung, die der Lichtfarbe der untergehenden Sonne entspricht.

Da im Schlafzimmer keine großen Helligkeiten, aber dafür eine angenehm weiche Licht-/Schattenverteilung gefragt ist, bietet sich auch eine indirekte Beleuchtung an.

Das Wichtigste:

  • Farbtemperatur 2.500 – 3.000K
  • Lichtstrom 500 – 1.000lm
  • indirekte Beleuchtung vorteilhaft
Küche
Die Küche ist ein Ort zum Arbeiten, aber auch zum gemütlichen Zusammensitzen. Es bieten sich einstellbare LEDs an, bei denen die Farbtemperatur flexibel zwischen wärmeren, gemütlichen und kälteren, tageslichtähnlichen Werten eingestellt werden kann.

In der Nähe von Waschbecken und anderen, der Feuchtigkeit ausgesetzten Bereichen (z.B. Wasserdampf vom Herd) setzen Sie spritzwassergeschützte Komponenten mit einem Schutzgrad min. IPx4 ein.

Das Wichtigste:

  • warmweiße oder kaltweiße LEDs, im Optimalfall einstellbar
  • In der Nähe von Spülbecken usw.: Schutzgrad IPx4
Bad
Das Bad ist ein Feuchtraum und daher müssen Sie eventuell Komponenten mit höherem Feuchte-Schutzgrad (min. IPx4) verwenden. Direkt im Bereich von Wanne oder Dusche kann sogar min. IPx7 notwendig werden. Ab einer Installationshöhe von >2,25m, was für die meisten LED-Beleuchtungen gegeben sein müsste, ist der Feuchteschutz nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings kann er gewiss auch nicht schaden.

Auch das Bad ist ein Ort, in dem veränderliche Farbtemperaturen sehr sinnvoll eingesetzt werden können. So kann ein einstellbares Licht am Spiegel zum Beispiel die Wirkung eines Makeups unter Tageslicht und unter Halogen-Glühlicht simulieren. Achten Sie dabei aber auf hochwertige LEDs mit einer sehr guten Farbwiedergabe von CRI90+.

Das Wichtigste:

  • min. IPx4, bei Bad und Wanne sogar IPx7
  • einstellbare Farbtemperatur mit CRI 90+ sinnvoll
Büro/Seminar-/Konferrenzraum
Im Büro ist konzentriertes Arbeiten gefordert. Viele Studien haben bewiesen, dass kühle tageslichtähnliche Farbtemperaturen die Konzentration und Leistungsfähigkeit fördern. Wählen Sie daher LED-Komponenten mit einer Farbtemperatur von min. 4.000 Kelvin.

Weiterhin sollte auf eine hohe Farbwiedergabe mit CRI90+ geachtet werden, denn auch die unnatürliche Reproduktion von Farben kann das Konzentrationsvermögen negativ beeinflussen.

Zudem ist eine indirekte Lichtinstallation oft sehr angenehm und modern.

Das Wichtigste:

  • Farbtemperatur 4.000 – 6.000K
  • CRI 90+
Flur/Diele/Treppenhaus
In Durchgangsräumen wie Flur, Diele und Treppenhaus ist eine hohe Farbwiedergabe (CRI) der LEDs ausnahmsweise mal kein Muss. Schaden kann sie natürlich nicht. Ob Sie warmweiße oder eher kühlere, tageslichtähnliche LEDs einsetzen ist meist Geschmacksfrage. Eine flexible Installation mit gemischten LEDs und der entsprechenden Steuerung ermöglicht sogar beides.
Außenbereich
Im Außenbereich müssen alle LED-Komponenten vor Regen und Feuchtigkeit geschützt sein. Achten Sie auf einen Schutzgrad von min. IPx3.

Beabsichtigen Sie eine eher stimmunsvolle, gemütliche Lichtwirkung, sollten Sie warmweiße LEDs mit etwa 3.000Kelvin einsetzen. Ansonsten sind auch kaltweiße Lösungen denkbar, die oftmals – zumindest subjektiv – noch ein wenig heller wirken, als warmweiße.

 

Welche Lichtstimmung wollen Sie erreichen?

gemütlich & entspannend
Für eine gemütliche, entspannende Lichtwirkung setzen Sie warmweiße LEDs mit einer Farbtemperatur um 3.000 Kelvin oder auch geringer ein. Diese entsprechen in der Farbwirkung den bekannten Glüh- und Halogenlampen und haben auf den Menschen nachweißlich eine sehr behagliche Wirkung.

Achten Sie unbedingt auch auf einen hohen Farbwiedergabewert von CRI90+. Nur dieser garantiert für die natürliche Reproduktion von beleuchteten Farben. Eine unnatürliche, minderwertige Farbwiedergabe kann auf die Dauer störend wirken und den Entspannungseffekt verringern.

konzentriertes Arbeiten
Am konzentriertesten arbeitet und lernt der Mensch bei einer tageslichtähnlichen, eher kühlen Farbtemperatur von ca. 4.000 – max. 6.000 Kelvin. Dies entspricht dem Licht der Sonne und nachweißlich fördern diese hohen Kelvin-Werte unsere Leistungsfähigkeit.

Auch hier ist wieder eine hohe Farbwiedergabe von CRI90+ mindestens genauso wichtig wie die Farbtemperatur selbst. Der Blick auf unnatürliche Farben, wie sie z.B. LEDs mit einem CRI kleiner 90 erzeugen, stört unser Unterbewusstsein und vermindert die Konzentrationsfähigkeit.

Verschiedenes
Zahlreiche Beleuchtungen müssen beides leisten: Licht für eine hohe Konzentration beim Arbeiten oder Lernen UND Licht zur Entspannung. Hierfür gibt es farbeinstellbare LED-Lösungen und die entsprechenden Steuerungen.

Ebenso ist es möglich, mit entsprechenden LED-Controllern mehrere Lichtzonen in einem Raum zu schaffen, die sich bei Bedarf unterschiedlich hell oder sogar farblich unterschiedlich gestalten lassen. Moderne Controller erlauben hier auch das Speichern verschiedener Settings, die Sie jederzeit passend wieder abrufen können.

 

Möchten Sie direkt oder indirekt beleuchten?

Direkt, mit einer eher kompakten Lichtquelle. Beispielsweise mit einer Pendelleuchte über einem Tisch oder einem Fluter.
Eine direkte Beleuchtung bietet sich vorallem an, wenn Sie bestimmte Bereiche ganz gezielt beleuchten wollen oder generell nur eine kompakte Leuchte in Frage kommt.

Bei einer direkten Lichtinstallation benötigen Sie oftmals hohe Lichtleistungen von >1000lm/m. Zwar haben Sie keinen Lichtverlust über Reflektion, aber meist sind die Leuchten selber eher klein und müssen die Lichtleistung mit weniger LEDs erzeugen. Als Beispiel kann eine Deckenleuchte, Pendelleuchte oder Leselampe dienen.

Um z.B. ausreichend Licht für einen Raum mit einer 1m langen LED-Pendelleuchte zu erzeugen, muss diese schon mit einigen starken LEDs ausgestattet sein, die gemeinsam min. 1000lm erzeugen.

Indirekt und großflächig schattenfrei. Beispielsweise eine Voutenbeleuchtung an der Zimmerdecke.
Eine indirekte Beleuchtung wird stets als sehr angenehm empfunden, da sie sehr weiche, schattenfreie Lichtübergänge erzeugt. Da Sie bei einer indirekten Beleuchtung immer mit Reflektion (z.B. über die Zimmerdecke oder Wände) arbeiten, verlieren Sie hierbei immer ein wenig an Licht. Bei weißen Decken und Wänden sind es 20-30%.

Für die indirekte Beleuchtung werden in der Regel recht große Lichtinstallationen angelegt, den je größer die beleuchtete Reflektionsfläche, desto angenehmer die Lichtwirkung. Da aber oft ein kompletter Raum beleuchtet werden soll, das Licht hier generell längere Wege (als bei direkter Beleuchtung) hat und die Reflektionsverluste hinzukommen, werden für eine indirekte Hauptbeleuchtung ebenfalls oft Lichtleistungen >1000lm/m notwendig.

Für eine reine Akzentbeleuchtung, die von anderen Leuchten unterstützt wird, genügen geringere Werte.

 

LED-Streifen im Vergleich

Die Tabelle unter folgendem Link listet alle unsere LED-Streifen mit Ihren Eigenschaften auf, so dass Sie über Such- und Filterfunktion den für Ihr Projekt optimal geeigneten Streifen leicht finden können.

Zur Vergleichstabelle

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