Einsteiger-Infos Grundlagen

Die 5 häufigsten Fehler bei LED-Installationen

Einige Fragen und Schwierigkeiten bei der Installation von LED-Streifen tauchen dabei immer wieder auf. Hier ist die Top-5 der häufigsten Fehler:

 

1) Zu lange LED-Ketten

Gerade bei Projekten, wie der indirekten Beleuchtung werden nicht selten viele Meter an LED-Streifen verbaut. Wichtig ist hierbei, dass nicht lange Ketten gebildet werden, sondern regelmäßig neu Strom in die Installation eingespeist wird. Warum?

Bei LED-Streifen alle 5 Meter den Strom neu einspeisen

Das hat im Wesentlichen 2 Gründe:

Je länger die LED-Kette wird, desto größer ist auch der Spannungsabfall über die Länge. Ab 5 Metern können dann erste Helligkeitsverluste durch zu geringe Spannung an den LEDs entstehen, so dass der LED-Streifen nach hinten hin dunkler wird. Moderne LED-Streifen mit eingebauten Konstantstromquellen (KSQ) können diese Verluste kompensieren, so dass auch etwas längere Ketten möglich sind. Allerdings sollten man auch hier nicht zu weit über die 5-Meter-Grenze hinausgehen, denn es gibt noch einen 2. Grund.

Die Strombelastung steigt mit der Länge der LED-Kette. Die recht dünnen Leiterbahnen auf den LED-Streifen sind aber nur bis zu einer bestimmten Stromstärke ausgelegt, so dass es hier zu einer Überlastung und damit starken Erwärmung bis zum Defekt kommen kann.

Unser Rat daher: Versuchen Sie bei der Installation etwa alle 5 Meter den Strom neu einzuspeisen. Da die LED-Streifen meist auf 5m Rolle gehandelt werden, sind entsprechende Anschlusskabel bereits vorhanden. Ansonsten kann das Team LED-Studien auch für Sie auf Maß konfektionieren.

Weiter wichtige Tips zum Aufbau einer indirekten Beleuchtung sowie einen Online-Konfigurator, bietet unsere Themenseite www.indirekte-beleuchtung.info

 

2) Schlechte Verbindung durch Plastik-Schnellverbinder

Plastik-Clips mit kleinen Kontakten wirken wie eine schnelle, einfache Lösung, LED-Streifen mit Strom zu versorgen. Leider sind Sie eine absolut unzuverlässige Lösung und wir von LED-Studien haben keine guten Erfahrungen damit gemacht. Die meisten Plastik-Verbinder sind mechanisch sehr einfach gelöst und bieten einen zu geringen Druck der Mini-Kontakte an den Lötstellen des LED-Streifens.

Clips für LED-Streifen sind nicht empfehlenswert

Schwierigkeiten entstehen auch, wenn Sie passgenaue Stücke des LED-Streifens benötigen. Fertigungsbedingt ist bei LED-Streifen alle 50cm immer eine dickere Verbindung mit etwas Lötzinn, weil die Hersteller hier die kurzen 50cm-Stücke zusammenfügen. An einer solchen Stelle bekommen Sie die Plastik-Clips oft gar nicht aufgesetzt.

Hauptproblem der Schnellverbinder aus Plastik ist aber die geringe Leitfähigkeit. Mini Metallstifte mit mehr oder weniger Kontakt zur Lötstelle auf den LED-Streifen sollen dann Ströme von teilweise mehreren Ampere transportieren. Das geht in den seltensten Fällen gut und eine Überhitzung der Plastik-Clips ist die Folge. Nach einiger Zeit kann diese mickrige Kontaktstelle zudem noch korrodieren, was schnell zum völligen Ausfall der Verbindung führt.

LED-Studien empfiehlt daher (zumindest bei allen Installationen über 1m Länge) eine klassische Lötverbindung als einzig zuverlässige Alternative. Auf Wunsch können wir alle notwendigen Lötarbeiten für Sie durchführen.

 

3) LED-Streifen werden zu heiß

Das ist ein Klassiker! Auch wenn LEDs sehr effizient arbeiten und das Licht der LEDs keine Infrarot-Strahlung (Wärme) enthält: LEDs werden auch heiß! In den letzten Jahren sind immer leistungsstärke LEDs am Markt erschienen und speziell bei diesen muss auf ein gutes Wärmemanagement geachtet werden. Das bedeutet: Die LED-Streifen sollten auf ein Metall geklebt werden, dass die entstandene Verlustwärme aufnehmen und abstrahlen kann!

Sind die LED-Streifen hingegen nur auf Gipskarton, Holz, Kunststoff, Styropor o.ä. geklebt, dann überhitzen die LED-Chips und verlieren mit der Zeit ihre Helligkeit und auch die Farbe. Das passiert gewöhnlich über einen längeren Zeitraum, aber bereits nach einigen Monaten im Betrieb werden Sie Helligkeitsverluste wahrnehmen.

Daher: Immer die LED-Streifen auf ein Metall aufkleben. Am besten eignet sich eloxiertes Aluminium, da durch das Eloxal auch jedweder Kurzschluss verhindert wird, der durch die Lötkontakte der LED-Streifen auf blankem Metall entstehen könnte. Am Markt sind zahlreiche Profile aus eloxiertem Alu speziell für LED-Streifen verfügbar. Eloxierte Bleche oder Standard-Profile (z.B. aus dem Baumarkt) funktionieren natürlich auch.

45° Alu LED Profil mit transparenter Abdeckung

 

4) LED-Streifen werden geknickt oder zu stark gedrückt

LED-Streifen sollten stets sehr sorgsam behandelt werden! Die häufigsten Ausfälle enstehen durch unsachgemäße bzw. zu rabiate Installation der Streifen. So sollten LED-Streifen, wenn überhaupt, nur sehr, sehr sorgsam gebogen und keinesfalls geknickt werden. Ab und an ist man versucht, bei Ecken den LED-Streifen irgendwie herum zu führen. Ist ein entsprechend großer Radius gegeben kann man das sehr vorsichtig durchführen. Folgendes Bild zeigt das Problem:

LED-Streifen knicken & biegen kann zu Defekten führen

Wie bei vielen Installationen ist der LED-Streifen hier in Aluprofilen verlegt und stößt dann auf eine Ecke. Es ist unmöglich, den LED-Streifen innerhalb des Profils um 90° zu führen. Die Profile werden also vorher abgesägt, so dass das LED-Band gekippt um die 90° gelegt werden kann. Im Beispiel oben ist der „gerundete Knick“ im LED-Band zumindest an einer Stelle, wo gerade keine LED und kein Widerstand sitzt. Dennoch ist stehen die Lötkontakte der LEDs vor und nach dem „Knick“ unter deutlich erhöhter Belastung und es kann passieren, dass sich die Lötkontakte im Betrieb lösen. Zudem hängen nun 8 LEDs quasi in der Luft und haben keinerlei Wärmeableitung durch das Aluprofil mehr. Auch das kann zu Defekten führen.

Fangen Sie derartige Bastelleien am besten gar nicht erst an, sondern fertigen Sie Eckverbindungen professionell mit kurzen, verlöteten Kabelverbindungen an. Moderne LED-Streifen lassen sich in sehr kurzen Abständen (meist 5-10cm) jeweils auftrennen und neu verlöten.

Ein andere Fehler ist das zu starke Drücken der LEDs beim Einkleben der LED-Bänder. Üben Sie hier nur leichten Druck aus und drücken Sie keinesfalls mit großer Kraft direkt auf LEDs oder Widerstände. Dabei können Sie die kleinen Bauteile leicht wegdrücken und die Lötkontakte aufbrechen. Stärkeren Druck können Sie an Zwischenstellen (wo nur Band und keine Bauteile sind) ausüben oder mit einem etwas großflächigeren Hilfsmittel (größerer Radiergummi, breiteres Stück aus Weichholz o.ä.).

5) LED Controller wird überlastet oder falsch angeschlossen

Immer wieder passiert es einigen Anwendern, dass Sie die Leistung ihrer LED-Installation unterschätzen und zu viele Meter LED-Streifen an einfache LED-Controller hängen. Die Controller werden dadurch gewöhnlich zerstört! Führen Sie daher immer folgende Rechnung durch:

 

Berechnung für LED Controller

Setzen Sie z.B. unsere RGBW-LED-Streifen mit 23 Watt/m auf einer Strecke von 20m ein, dann ergibt sich eine Gesamtleistung von bis zu 460 Watt (wenn alle Farben und Weiß mit voller Helligkeit leuchten). Geteilt durch 24 Volt ergibt sich eine Stromstärke von fast 20 Ampere, also 5 Ampere pro Kanal (R, G, B & W)! Für kleinere LED-Controller ist diese Strombelastung viel zu hoch.

Im LED-Studien-Shop finden Sie aber LED-Controller mit entsprechender Leistung. Für noch größere Installationen können dann zusätzlich Repeater verwendet werden.

Anschluss LED-Controller

Achten Sie unbedingt auf die korrekte Polung beim Anschluss der Controller an Netzteile! Vergewissern Sie sich genau, wo am Controller der Eingang für die Kabel vom Netzteil ist und vertauschen Sie dort keinesfalls Plus und Minus! Während LED-Streifen auch mal eine Verpolung verkraften, sind Controller sofort zerstört, wenn Plus und Minus vertauscht werden, oder Netzteilkabel am Controller-Ausgang angeschlossen werden (da, wo eigentlich die LED-Streifen hingehören) oder an den Eingang für ein eventuelles externes Steuersignal (PUSH-Switch, 1-10V usw.). 12 Volt oder 24 Volt am falschen Anschluss zerstört einen Controller unwideruflich.

Hier finden Sie nochmals alle hilfreichen Links aus dem Text:

LED-Studien-Shop
Moderne LED-Streifen mit eingebauten Konstantstromquellen (KSQ)
www.indirekte-beleuchtung.info
Profile aus eloxiertem Alu speziell für LED-Streifen
Netzteile
RGBW-LED-Streifen mit 23 Watt/m
LED-Controller mit entsprechender Leistung

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