Installation LED-Studien Blog

Installation einer LED-Beleuchtung (Kabelwege)

Die „5m Faustregel“ besagt, dass möglichst keine LED-Streifen länger als 5m mit nur einer einseitigen Stromeinspeisung betrieben werden sollten. Über die Länge des LED-Streifens kommt es zu immer größeren Spannungsabfällen, wodurch die LEDs nach hinten hin dunkler werden und generell eine zu hohe Strombelastung auf die Leiterbahnen des LED-Bandes wirkt.

Bei LED-Installationen wie der indirekten Raumbeleuchtung enstehen natürlich ganz schnell größere Strecken. So hat ein Raum mit einer Größe von 4x5m ja bereits 20m Umfang.

Um die „5m-Faustregel“ zu befolgen, gibt es einige sinnvolle Möglichkeiten der Kabelführung bei größern LED-Installationen. Sehr oft bietet es sich an, die Raumecken gleich für eine neue Stromeinspeisung zu nutzen. Speziell, wenn die einzelnen Wände nicht oder zumindest nicht deutlich länger als 5m sind. Meist lassen sich die LED-Bänder sowieso nicht um 90° in einer Raumecke „knicken“ (es sei denn, die LEDs leuchten direkt Richtung Wand), so dass hier sowieso das LED-Band aufgetrennt und neu angesetzt / angelötet werden muss.

Beispiele für Kabelführungen

Nachfolgend einige Beispiele für typische Räume. Die geschilderten Kabelführungen & Regeln können Sie für nahezu alle anderen Raumaufteilungen und LED-Projekte entsprechend übertragen.

5x5m Raum mit starken LED-Streifen, 20 Watt/m

Indirekte Beleuchtung, Installation und Kabelführung in einem 5x5m Raum

LED-Streifen mit ca. 20 Watt/m, wie unser LK04-14b sind sehr gut für eine indirekte Raum-Hauptbeleuchtung geeignet. Ein Raum mit Wänden <= 5 Meter lässt sich sehr leicht aufbauen, indem einfach in allen 4 Raumecken je ein Anschlusskabel verlegt wird. An jedes der 4 Anschlusskabel werden dann max. 5m LED-Streifen angeschlossen. Ein typischer LED-Controller mit 4 x 4 Ampere Ausgangsleistung ist ausreichend stark für diese Installation.

Achten Sie darauf, dass niemals Controller-Ausgänge miteinander verbunden werden! LED-Streifen, die an verschiedenen Controller-Ausgängen angeschlossen sind, dürfen also untereinander NICHT miteinander verbunden sein.

 

3 x 5m Raum mit mittelhellen LED-Streifen, 10 Watt/m

Indirekte Beleuchtung, Installation und Kabelführung in einem 3x5m Raum

Hier ist in einem 3x5m großen Raumeine indirekte Akzentbeleuchtung realisiert. Für deutliche Akzenteffekte genügen gewöhnlich mittelhelle LED-Streifen wie unser LK04-22b. Der LK55-2 LED-Controller ist ausreichend stark, hat nur einen Ausgang. Diesen können Sie jedoch leicht mit WAGO- oder Lüsterklemmen in weitere Stränge aufteilen.

Es bietet sich hier an, einfach 2 Stromkabel zur Einspeisung in jeweils 2 diagonal gegenüber liegende Raumecken zu führen. Dort können Sie dann jeweils einen LED-Streifen für die lange Wand (5m) und einen für die kurze Wand (3m) anschließen (das Anschlusskabel z.B. wieder mit WAGO-Klemmen aufgeteilt). Ein Anschlusskabel versorgt hier also insgesamt immer 8m LED-Band, da aber mittig eingespeist wird, verletzen Sie nirgendwo die 5m-Faustregel.

 

Unregelmäßiger Raum mit RGB-LED-Streifen, 15W/m

Indirekte Beleuchtung, Installation und Kabelführung

In diesem Raum ist eine typische RGB-LED-Installation realisiert, z.B. mit dem RGB-LED-Streifen LK04-3c. Die Skizze ist etwas vereinfacht dargestellt. So hat der große Controller LK55-8 je einen Ausgang für Rot, Grün, Blau und bei Bedarf auf Weiß. Sie können die einzelnen Ausgänge am Controller aber ganz leicht mit WAGO-Klemmen aufteilen und dann von dort aus mehrere Kabelstränge zu diversen Strom-Einspeisepunkten im Raum legen. So ist auch die Zeichnung angelegt.

Sie können nun alle Regel der obigen 2 Beispiele auch hier anwenden. Alle 4 Anschlusskabel sind jeweils in geeignete Raumecken verlegt. So ist der orangene Bereich einfach auch mittig aufgeteilt (4m & 3m). Die lange, hellblaue Wand (8m) ist ebenfalls in 2 Teile genau mittig aufgeteilt. Nach links gehen 4m LED-Band und nach rechts gehen 4m LED-Band.

Bei der hellgrünen und der dunkelblauen Strecke sind kleinere Teilstrecken einfach in Kette zusammengelötet. Wichtig ist nur, dass nirgendwo Strecken deutlich größer 5m entstehen. Daher ist die Einspeisung auf der grünen Strecke auch mittig (2m nach links und 2,5m nach rechts). Wichtig ist zudem auch, dass die maximale Belastung der Controller-Ausgänge immer berücksichtigt wird.

 

Zusammenfassung

  • Bilden Sie keine LED-Strecken über 5m mit nur einer einseitigen Einspeisung
  • Nutzen Sie Raumecken für die Neu-Einspeisung des Stromes
  • Speisen Sie bei Strecken >5m den Strom einfach mittig ein, so dass Sie 2 Teilstrecken <5m erhalten
  • Verlängern Sie gern kürzere Teilstrecken durch zusammenlöten, so lange dabei 5m nicht überschritten werden
  • Achten Sie immer auf die maximale Belastung der Controller-Ausgänge!
  • Stellen Sie niemals eine Verbindung zwischen einzelnen Controller-Ausgängen her! Verlegen Sie die LED-Streifen getrennt!

 

Wie exakt muss ich mich an die „5m-Faustregel“ halten?

Es ist eine Faustregel. In aller Regel ist es okay, wenn auch mal Strecken von 5,50m oder gar 6m mit nur einer einseitigen Einspeisung installiert werden. Speziell wenn die Anschlusskabel vom Controller zum LED-Streifen eher kurz sind (<3m), können Sie die 5m-Regel etwas dehnen. Denn auch über die Anschlusskabel ensteht natürlich bereits ein Spannungsabfall. Wenn Sie also bereits 10m Anschlusskabel mit eher knappen Querschnitt verlegt haben, sollten Sie daran möglichst nicht noch 6 Meter LED-Band anschließen.

Bei der Auswahl der der richtigen Anschlusskabel hilft Ihnen unser Blog-Beitrag Passende Kabel für LED-Installationen.

 

Moderne LED-Streifen mit eingebauten Konstantstromquellen (KSQ) können auch länger als 5m verlegt werden!

Mehr und mehr weiße LED-Streifen in unserem Programm werden mit KSQ angeboten. Die KonstantStromQuellen sorgen für einen stabilen Betrieb der einzelnen LEDs und wirken dem Spannungsabfall entgegen. Dadurch können LED-Streifen mit KSQ bis zu 8m mit einseitiger Einspeisung verlegt werden. Die Installation wird dadurch vereinfacht. Aus der „5m Fausregel“ wird hier die „8m Faustregel“!

3 Kommentare

  • Dickes Danke für diesen Ratgeber, das hat mir die Strukturierung der LED Stripes für eine eigene Lösung deutlich näher gebracht!
    Was mir noch nicht ganz klar ist: Hier wird zwar auf die jeweilig anzuwendenden Controller eingegangen, aber was ist mit dem passenden Netzteil – woher weiß man, welches Netzteil für die jeweilige Lösung geeignet ist. Und „verträgt“ sich dann jeder Controller mit jedem Netzteil?

    Beste Grüße,
    Axel

  • Grundsätzlich ist wichtig, dass das Netzteil, die für die LED-Streifen passende Spannung bereit stellt. Meist 24 Volt. Die Leistung des Netzteils sollte dann etwas (möglichst 10%) über der Gesamtleistung der LED-Streifen liegen.

    Der gültige Spannungsbereich der Controller sollte diese Spannung natürlich auch mit abdecken. Viele Controller haben aber einen Weitbereichseingang (z.B. 12-36V DC), so dass das i.d.R. gut funktioniert.

    Wichtig ist dann, dass jede einzelne Lichtzone getrennt betrachtet wird. Sollen z.B. Essbereich und Wohnbereich separat gesteuert werden, müssen dafür auch 2 separate Controllern eingesetzt werden und meist macht es auch Sinn, dann pro Controller ein passendes Netzteil zu wählen.

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