IP-Schutzarten bei LED-Streifen
LED-Streifen werden auch als regenfeste oder sogar komplett wasserdichte Varianten mit höherer Schutzart angeboten (z.B. IP54, IP67, IP68). Die zweite Ziffer bestimmt hierbei den Schutz gegen Wasser und Regen. Ab IPx3 ist Wetterfestigkeit und damit Schutz gegen Regen gegeben. Es gibt darüber mehrere Zwischenstufen, aufsteigend gegen Spritzwasser, Strahlwasser und zeitweiliges Untertauchen, aber erst ab IPx8 ist der LED-Streifen dauerhaft wasserdicht und kann ohne Zeitbegrenzung untergetaucht werden.
Es gibt 2 typische Verfahren, um eine höhere IP-Schutzart zu erreichen: Einen Silikonüberzug oder eine Silikonhülle oder bei IP68 sogar beides in Kombination.
LED-Streifen mit Silikonüberzug (IP54)
Bei dieser Variante wird eine Silikonschicht über den Streifen und alle LEDs gezogen. Da der Überzug nur auf der Vorderseite ist, wird die Rückseite auch hier mit Klebestreifen versehen. In aller Regel sind diese Art Streifen gegen Regen gut geschützt, aber keinesfalls für das Untertauchen geeignet.
Großer Nachteil dieser Variante ist, dass durch den festen Überzug die Lötkontakte nicht mehr vernünftig erreichbar sind. Auch das aufwendige Freikratzen legt die Kontakte meist nicht vollständig frei, so dass ein Anlöten neuer Kabel schwer bis unmöglich ist. Diese Art LED-Streifen lässt sich also nicht konfektionieren und man kann nur mit den meist angebotenen 5m-Längen arbeiten.
LED-Streifen mit Silikonschlauch (IP67)
Hier wird eine Silikonhülle bzw. ein Silikonschlauch verwendet, in die der LED-Streifen eingezogen wird. Die Enden sind mit Kappen versehen. Dieser Aufbau (IP67) erlaubt sogar kurzzeitiges Untertauchen, aber ein dauerhafter Unterwasser-Einsatz ist nicht zu empfehlen. Anders als bei den Varianten mit Silikonüberzug, liegen hier die Lötkontakte frei und ein Konfektionieren der LED-Bänder auf flexible Längen inkl. Eckverbindungen usw. ist sehr gut möglich.

IP67 RGBW LED-Streifen mit Silikonhülle
LED-Streifen mit Silikonschlauch und Verguss (IP68)
Um einen sicheren Unterwasser-Einsatz (z.B. im Pool) zu ermöglichen, werden hier beide Verfahren kombiniert. Das LED-Band liegt in einem Silikonschlauch und ist in diesem zusätzlich vergossen. Der Aufbau ist sehr stabil und recht steif, was aber auch einen besonderen mechanischen Schutz bietet. Durch den Verguss ist wie bei den oben beschriebenen IP54-Varianten leider keine Konfektion mehr möglich und man kann nur mit den Standardlängen (meist 5m) arbeiten. D.h. kürzbar ist der 5m-Streifen natürlich, aber die Reststücke können nicht weiterverwendet werden, da man nicht zuverlässig an die Lötkontakte herankommt.

wasserdichter IP68 RGBW LED-Streifen mit Silikon-Endkappe
Nachteile des Silikon-Schutzes
Im Außeneinsatz altert Silikon mit der Zeit, wird hart und brüchig, je nach UV-Einfluss.
Des Weiteren führt die Silikonhülle oder der Überzug zu einer schlechteren Ableitung der Wärme der LEDs und damit reduzierten Lebensdauer. Nachfolgend ein Vergleich mit Wärmebildkamera.
Links ein LED-Band ohne Silikonschutz in IP20 in einem Aluprofil. In der Mitte das gleiche LED-Band, aber mit Silikonschutz. Bei diesem liegt die Temperatur 7°C höher, was bereits eine deutliche Reduzierung der Lebensdauer zur Folge hat. Rechts noch die Aufnahme des IP67-LED-Streifens gänzlich ohne Aluprofil. Dies ist überhaupt nicht zu empfehlen, da die LEDs hier deutlich zu heiß werden.

Wo sollten LED-Streifen mit erhöhtem IP-Schutz eingesetzt werden?
LED-Streifen mit Silikonschutz sollten nur eingesetzt werden, wenn direkter Wasserkontakt droht. Typische Beispiele sind Duschnischen oder der Außenbereich ohne Überdachung. Bei allen anderen typischen Anwendungen genügen i.d.R. LED-Streifen ohne Regenschutz mit Schutzart IP20.
Auch im Bad gibt es z.B. viele Bereiche, bei denen nach Norm kein besonderer Wasserschutz nötig ist. Dazu gehören u.a. sämtliche Installationen über 2,25m, d.h. in den allermeisten Fällen kann eine Deckenbeleuchtung im Bad mit normalen IP-20 LED-Streifen ausgeführt werden.
Folgendes Bild zeigt alle relevanten IP-Bereiche im Bad:

Anmerkung:
Wie LED-Streifen gibt es auch LED-Netzteile mit entsprechender Abdichtung für den Außeneinsatz bei Regen.




Hallo,
wie entferne ich den Silikonstreifen am Anschluß. Wo gibt es Halterungen um den Streifen zu befestigen.
Hallo Reinhardt,
die Silikonhülle muss bei den Lötkontakten weggeschnitten bzw. weggekratzt werden, damit man da an die Lötkontakte ran kommt. Hier gibt es ja einmal die wassergeschützten Streifen mit Silikonhülle (meist IP67), die man recht einfach wegschneiden kann und dann die Varianten mit Silikonummantelung (meist IP54), die etwas aufwendiger weggekratzt werden muss. Die Mehrzahl unsere Streifen hat die Silikonhülle.
Zur Befestigung haben fast alle IP-Streifen unten eine Klebefläche, ganz genauso wie bei den normalen LED-Streifen. Zusätzlich liegen den Verpackungen i.d.R. immer solche kleinen, transparenten Bügel bei, mit denen man den Streifen zusätzlich, z.B. über kleine Schrauben, fixieren kann.