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COB-LED-Streifen

COB LED Streifen

COB-LED-Streifen sind eine Neuentwicklung, bei der auf dem LED-Band keine einzelnen LED-Punkte mehr zu sehen sind. Anstatt einzelner LEDs sieht man ein durchgehend leuchtendes Band. Vergleichbar ist es daher mit den beliebten NEONFLEX LED-Bändern, aber das Lichtband ist viel schmaler und die COB-LED-Streifen lassen sich auch einfacher verarbeiten.

COB LED-Band nah

Welche Vorteile bringen COB-LED-Streifen?

Das durchgehende Lichtband, bei dem keine einzelnen LED-Punkte mehr sichtbar sind, bringt bei zahlreichen Anwendungen deutliche Vorteile:

  • COB-LED-Streifen können durchaus direkt im Sichtbereich installiert werden, da es keine störenden, hellen LED-Punkte gibt
  • Es lassen sich sehr einfach schmale, grazile Lichtlinien erzielen, z.B. als Effektlicht oder Orientierungs- und Wege-Beleuchtung. Die Lichtlinien können dabei deutlich schmaler sein und sind einfacher zu installieren, als mit Neonflex-Bändern oder mit Aluprofilen und opalen Abdeckungen
  • Bei indirekter Beleuchtung entstehen selbst auf kürzesten Abständen absolut gleichmäßige Lichteffekte
  • In schmalen Aluprofilen mit opaler Abdeckung wird schnell ein homogenes Lichtbild erreicht. Siehe dazu folgenden Vergleich:

Vergleich von verschiedenen LED-Streifen in einem flachen 6mm Aluprofil

Verwendet wurde hier ein flaches Aluprofil mit nur 6mm Höhe. Typische LED-Streifen mit nur 60 oder auch 120 LED/m können bei derart geringer Höhe kein durchgehendes Lichtband erzeugen. Auch durch die opale Abdeckung hindurch erkennt man jede einzelne LED sehr deutlich.

Nur ein extrem dicht bestücktes LED-Band mit 300LED/m kann hier einen durchgehenden Lichteffekt erzeugen. Es sind hier keine einzelnen LED-Punkte mehr wahrnehmbar, allerdings ist das Lichtband durch den geringen Abstand von nur 6mm sehr schmal und daher nur bedingt homogen.

Der COB-LED-Streifen bringt eine weitere Verbesserung. Das Ergebnis ist noch gleichmäßiger und eleganter. Erreicht wird dies auch durch die extrem breite Lichtstreuung der COB-Technik. Das Licht wird hier mit 170° gestreut. Typische LED-Streifen haben 120°.

 

Aufbau eines COB-LED-Streifens

Vom Aufbau her unterscheidet sich ein COB-LED-Streifen prinzipiell nur in einem Punkt von herkömmlichen, weißen LED-Streifen. Hierzu ist es interessant zu wissen, wie weißes LED-Licht überhaupt entsteht. Technisch bedingt können nicht direkt weiße LED-Chips hergestellt werden. Basis jeder weißen LED ist ein blauer LED-Chip. Eine Phosphorschicht konvertiert dann das blaue LED-Licht zu weißem Licht. Der Unterschied von COB zu normalen LED-Streifen liegt in der Aufbringung des Phosphors.

Hier die beiden Konzepte im Vergleich:

Aufbau eines typischen, weißen LED-Bandes

Schematischer Aufbau eines weißen LED-Streifen

 

Aufbau eines weißen COB-LED-Bandes

Schematischer Aufbau eines COB-LED-Streifen

Anmerkung: Viele neuere COB-LED-Streifen haben wieder die üblichen Abstrahlwinkel von ca. 120°, da der Aufbau leicht abgewandelt ist. Die Phosporschicht ist da nicht halbrund aufgetragen sondern in einem rechteckigen Träger verfüllt und hat eine plane Oberseite.

Beim COB-LED-Streifen ist die Phospor-Konversionsschicht nicht direkt auf den LED-Chips aufgebracht, sondern vermischt in einem Silikonüberzug separat auf das gesamte Band aufgetragen. Es leuchtet dann nicht nur die einzelne LED – bzw. deren winzige Phosphor-Schicht – sondern es leuchtet bei COB der gesamte Silikonüberzug als helles, gleichmäßiges Lichtband. Schaut man einen leuchtenden COB-LED-Streifen von unten an, kann man durch das dünne, flexible Trägermaterial noch die einzelnen LEDs ausmachen. Diese sind natürlich sehr dicht angeordnet.

COB-LED-Streifen von unten

COB-LED-Streifen von unten gesehen

In allen anderen Belangen ist ein COB-LED-Streifen aber absolut vergleichbar zu einem normalen LED-Streifen:

  • sehr flexibel zu verlegen
  • in kurzen Abschnitten trennbar (einfach durchschneiden)
  • Lötkontakte an allen Schnittmarken für neue Anschlusskabel
  • doppelseitiges Klebeband auf der Unterseite

Die Silikonschicht der COB-LED-Bänder schützt zu gleich die LEDs, so dass z.B. bei der Installation die Gefahr von weggedrückten LEDs oder getrennten Lötkontakten verringert wird.

 

COB-LED-Streifen mit einstellbarer Farbtemperatur und Farbeffekten

Mittlerweile sind auch COB-LED-Streifen mit einstellbarer Farbtemperatur und RGB-Farbeffekten verfügbar. Bei den Modellen mit einstellbarer Farbtemperatur – auch Tunable White – genannt, werden 2 verschiedene LED-Typen unter der COB-Phosphor-Schicht verbaut, die dann separat angesteuert werden können. So können dann mit den passenden LED-Controllern alle Farbtemperaturen zwischen warm- und kaltweiß eingestellt werden. Auch hier sind weiter keinerlei Einzel-LEDs sichtbar:

COB LED Streifen mit einstellbarer Farbtemperatur

CCT COB LED Streifen

COB LED Bänder mit RGB-Farbeffekten nutzen keine Phosphor-Beschichtung sondern eine rein opale Schicht. Das Ergebnis ist aber das selbe. Die RGB-LEDs sind hier so eng unter der Opalschicht angeordnet, dass ebenfalls keine Einzel-LEDs mehr sichtbar sind. Über entsprechende LED-Controller können dann, wie bei RGB-LEDs üblich, alle Farben des Farbspektrums eingestellt werden.

RGB COB LED-Streifen
RGB COB LED Detail

Wo wird die COB-Technik noch eingesetzt?

COB bei LED ist im Prinzip kein neues Verfahren. Bei LED-Arrays mit hoher Leistung und LED-Dichte wird es schon lang eingesetzt. So gibt es zahlreiche High-Power LED-Module, die viele, eng gepackte Arrays mit blauen LEDs mit einer kompletten Phosphorschicht überziehen. So entstehen z.B. LED-Spots mit 50 Watt und mehr Leistung auf der Größe eines Euro-Stücks.

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